Der Schock in der Tiermedizin

Mai 25th, 2012 Categories: Allgemein

Lebensbedrohlich für Tiere – der Schock

SchockzustandDer sogenannte „Schock“ ist innerhalb der Medizin ein lebensbedrohlicher Zustand des Körpers, bei dem die Durchblutung in den Kapillaren (sehr kleine Blutgefäße) akut vermindert ist. Das bedeutet, dass über die Blutzufuhr dem Gewebe nicht mehr genügend Sauerstoff zugeführt werden kann und dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel. Dieses Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf des Gewebes und Sauerstoffzufuhr über das Blut, kann zu massiven Stoffwechselstörungen führen, bei dem auch saure Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend über das Blut abtransportiert werden können. Oft kommt es dann zu einer Zentralisation des Kreislaufes, was bedeutet, dass der Großteil des Blutes in das Zentrum des Körpers sackt, um so die Durchblutung der lebenswichtigen Organe wie Herz, Lunge, Leber, Niere und Gehirn zu sichern. Die Durchblutung der Haut und der Gliedmaßen sinkt hierbei enorm ab.

Die Symptome eines Schocks

Gerät ein Tier in einen Schockzustand, kühlen die Haut und die Extremitäten, also Beine und Schwanz, stark ab. Die Farbe der Schleimhäute, zum Beispiel der Augenlider und am Zahnfleisch wird sehr blass aufgrund der schlechten Durchblutung. Die sogenannte KFZ (Kapillar-Füllungs-Zeit) steigt an. Dies lässt sich sehr gut feststellen, indem man beim Tier kurz mit dem Finger am Zahnfleisch drückt, so dass ein weißer Fleck entsteht und dann den Finger und damit den Druck wieder weg nimmt. Die Zeit, die diese Stelle der Schleimhaut braucht, um wieder rot (also mit Blut gefüllt) zu werden, nennt man KFZ. Des Weiteren ist im Schock das Bewusstsein getrübt oder das Tier ist komplett bewusstlos. Der Herzschlag hat eine hohe Frequenz und pocht stark. Der Puls ist aber kaum fühlbar, da der Blutdruck sehr niedrig ist. Sehr häufig atmet oder hechelt das betroffende Tier stark, weil der Körper dadurch versucht, den Sauerstoffmangel im Körper durch eine Intensivierung der Atmung auszugleichen.

Es gibt verschiedene Schockformen, welche je nach ihrer Ursache unterschieden werden.

Hypovolämischer Schock

Der Hypovolämischer Schock entsteht als Folge eines hohen Verlustes an Blut durch eine Wunde. Diese kann nach Außen oder nach Innen in den Körper bluten.

Kardiogener Schockformen

Der Kardiogene Schock kann folgen, wenn die Förderleistung des Herzens stark sinkt. Als Ursache hierfür können Herzschäden, zum Beispiel durch Vergiftungen, Herzvorschädigungen oder auch eine Herzüberlastung bei untrainierten Hunden sein.
Weitere Schockarten sind zum Beispiel der Vasogene Schock, bei dem das Blut durch eine Fehlregulierung der Organdurchblutung versackt, und der Obstruktive Schock, zum Beispiel bei der Krankheit „Lungenthrombembolismus“. Auch bekannt ist der Anaphylaktische Schock bei dem eine extrem starke Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers gegenüber diverser Stoffe hervorgerufen wird.

Die 3 Phasen des Schocks

Jeder Schock, egal welcher Art, läuft in drei Phasen ab.

In der ersten Phase wird der Schock ausgelöst. Das Blutvolumen sinkt, ebenso die Herzleistung und der Blutdruck. In der zweiten Phase wirkt die Schockursache weiter ein. Das bedeutet, da der Kreislauf bisher nicht stabilisiert werden konnte, sackt das Blut weiter in den Körper ab, die Durchblutung von Haut, Muskulatur und der Extremitäten wird weiter gedrosselt. Es können Gewebsschädigungen auftreten die sich verschlimmern, wenn sich der Kreislauf nicht stabilisiert. In der dritten Phase tritt eine totale Erschöpfung ein. An vielen Stellen im Körper treten nun Organschädigungen auf. Die Gegenregulation des Körpers ist erschöpft, was zu einer raschen Dezentralisation des Blutes führt. Die Blutgefäße weiten sich schnell und das Herz wird überlastet. Diese Phase endet leider sehr schnell mit dem Tod des Tieres.

Den Schock erkennen und behandeln

Es ist also besonders wichtig, einen Schock schnell zu erkennen und rasch mit kreislaufstabilisierenden Maßnahmen entgegen zu wirken. Als Basismaßnahmen gelten die Freihaltung der Atemwege, den gekühlten Körper warm zu halten, Sauerstoffzufuhr und die Verabreichung von Infusionen. Nur bei sofortiger Behandlung bekommt man den Kreislauf des Tieres wieder stabil.

Bildquellenangabe: La-Liana  / pixelio.de
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