April 30th, 2012 By textguru Categories: Allgemein

Wenn Krankheiten übertragen werden

TollwutIm allgemeinem Sprachgebrauch versteht man unter Zoonosen „Krankheiten und Infektionen, die auf natürliche Weise zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden“. Zoonosen kommen weltweit vor und müssen gemeldet werdet. Hierbei wird unterschieden zwischen anzeigepflichtigen und meldepflichtigen Zoonosen.

Meldepflicht bei ansteckenden Krankheiten

Zoonosen, welche als meldepflichtig gelten, werden nicht staatlich bekämpft, jedoch soll ihr Vorkommen und ihre Häufigkeit im Überblick bleiben, um gegebenenfalls Maßnahmen treffen zu können. Tierärzte, Leiter der Veterinäruntersuchungsämter, Tiergesundheitsämter und andere öffentliche oder private Untersuchungsstellen sind verpflichtet, das Auftreten dieser übertragbaren Tierkrankheiten der Kreisverwaltungsbehörde unverzüglich mitzuteilen.

Anzeigepflicht bei Zoonosen

Zoonosen, welche eine Seuche ausbrechen lassen könnten sowie der Ausbruch einer Seuche, müssen sofort zur Anzeige gebracht werden. Hierbei sind die Tierbesitzer selber, der Vertreter des Tierbesitzers (zB Urlaubsaufsicht), jene die mit Tieren im Beruf zu tun haben wie etwa Tierärzte und Leiter von Untersuchungsstellen zur Anzeige verpflichtet. Diese Anzeige muss unverzüglich bei der zuständigen Behörde oder dem Amtstierarzt erfolgen.

Beispiele für Zoonosen

Eine der häufigsten Zoonosen ist die so genannte „Leptospirose“. Häufig sind männliche Tiere über vier Jahren betroffen. Sie leiden unter Temperaturschwankungen, Erbrechen, Mundgeruch, Durchfall, Nierenschmerzen, Fressunlust und starkem Durst. Eine Nierenentzündung ist eine häufige Begleiterscheinung. Die Leptospirose ist meldepflichtig und wird immer vom Tier auf den Mensch übertragen, nie umgekehrt. Die Übertragung erfolgt über Schleimhaut oder verletzte Haut, die Erreger gelangen in die Blutbahn und siedeln sich in verschiedenen Organen an. Besonders ansteckend ist der Urin.

Tollwut – gefürchtete Zoonose in der Tiermedizin

Eine der bekanntesten Zoonosen ist die „Tollwut“. Die Erreger gelangen durch virushaltigen Speichel über Bisswunden oder sonstige Verletzungen in den Körper. Eine Ansteckung über die orale Aufnahme ist nicht möglich. Die Erreger breiten sich aus und zerstören unter anderem Nervenzellen im Gehirn und entlang des Rückenmarkes. Dadurch verursachen sie beim Tier oder Mensch Lähmungs- oder Erregungszustände bis hin zu einem absolut unnatürlichem Verhalten. Infizierte Menschen und Tiere leiden in verschiedenen Phasen unter Unruhe, Muskelzucken, Speichelfluss, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Nervosität, starke Schmerzen beim Schlucken, Toben und Kratzen bis hin zur Beißsucht, Krämpfe und Atemnot. Durchschnittlich tritt nach vier bis sieben Tagen nach den ersten Symptomen der Tod ein. Die Tollwut ist melde- und anzeigepflichtig und nicht heilbar. Ausführlichere Informationen zur Erkrankung finden Sie bei Interesse im Internet auf Seiten, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben.

Bildquellenangabe: Thommy Weiss  / pixelio.de

 

März 30th, 2012 By textguru Categories: Allgemein

Das Blut hat wichtige Funktionen

BlutuntersuchungAuch in der Tiermedizin kann das Blut der Patienten sehr häufig bei der Diagnose von Krankheiten Aufschluss geben. Die Untersuchung des Tierblutes ist also oft von besonderer Bedeutung und erfüllt im Körper viele Aufgaben. Das Blut fließt bei den Tieren genau so wie bei uns Menschen über die Blutgefäße durch den ganzen Körper und alle Organe. Es dient dem Transport von Gasen wie etwa Sauerstoff oder Kohlenstoffdioxyd, Nährstoffen wie beispielsweise Fette und Proteine, Abbaustoffen wie dem Bilirubin (einem Farbstoff aus der Leber), so wie Wasser, Salz und Hormonen. Auch verteilt das Blut die Körperwärme im gesamten Körper und ist daher sehr wichtig für den Wärmeausgleich. Des Weiteren erfüllt es eine wichtige Abwehrfunktion durch Leukozyten und Abwehrstoffe gegen diverse Krankheitserreger und Keimen. Eine besondere Rolle spielt das Blut zudem noch bei der Heilung von Wunden durch die Blutgerinnung an der beschädigten Körperstelle, welche für die Wundheilung unabdingbar ist.

Zusammensetzung des Blutes

Grob lässt sich das Blut erst einmal in zwei Hauptgruppen unterteilen: dem Blutplasma und den Blutkörperchen. Das Blutplasma umfasst die flüssigen Bestandteile des Blutes und besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser. Die anderen 10 Prozent bilden gelöste Stoffe. Davon sind 8 Prozent Plasmaproteine, diese Eiweißkörper (Albumine, Globuline, Fibrinogen) sind wichtig für Blutgerinnung, Wasserbindung, Abwehrstoffe und sind Trägerstoffe. Die anderen 2 Prozent der gelösten Stoffe bilden Elektrolyte (zum Beispiel Natrium, Kalium, Calcium), Nährstoffe (Proteine, Glukose, Aminosäuren, Vitamine, Fette) und Abbauprodukte (zum Beispiel Harnsäure).

Die Blutkörperchen unterteilen sich in folgende Gruppen:

Erythrozyten (Rote Blutkörperchen)

Die Erythrozyten sind runde, elastische und scheibenförmige Zellen. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und sind hauptsächlich für den Transport von Sauerstoff und CO2 zuständig.

Leukozyten (Weiße Blutkörperchen)

Die Leukozyten unterteilen sich in die Granulozyten, die Lymphozyten und die Monozyten. Diese sogenannten weißen Blutkörperchen dienen der körpereigenen Abwehr gegen Infektionen und Krankheitserregern.

Thrombozyten (Blutplättchen)

Die Thrombozyten sind wichtig für den Selbstschutz des Körpers. Sie sorgen im Falle von Wunden für die nötige Blutgerinnung damit die Wunde sich verschließt und heilen kann.

Das Besondere am Blut von Vögeln

Anders als bei den Erythrozyten im Blut der Säugetiere und des Menschen haben die Erythrozyten der Vögel einen Zellkern in der Mitte der Zelle. Auch ist diese von der Form her oval und nicht wie bei Menschen und Säugetieren kreisrund. Die Zellkörper der Thrombozyten sind spindelförmig und sie werden daher auch Spindelzellen genannt. Die Funktion der Blutzellen und des Blutplasmas bei Vögeln ist aber dennoch die Selbe wie bei den Menschen und Säugetieren. Bei allen Lebewesen unserer Erde spielt das Blut eine wichtige Rolle und gibt dem Arzt Aufschluss über Gesundheitszustand oder Krankheiten.

Bildquellenangabe: Andrea Damm  / pixelio.de
Februar 26th, 2012 By textguru Categories: Allgemein

Wildtiere nur im Notfall zum Tierarzt bringen

TierarztIn so einer Situation waren bestimmt schon viele Menschen: Man geht entspannt spazieren, kümmert sich mal wieder um den eigenen Garten oder schaut einfach etwas in der Gegend herum. Und plötzlich entdeckt man ein wildes Tier, welches auffällig nahe beim Menschen sitzen bleibt. Sie vermuten als tierlieber Mensch, dass das arme Ding vielleicht krank oder verletzt ist. Bevor man aber nun gleich dieses Tier einfängt, um es zum Tierarzt zu bringen, sollte man sich möglichst genau überlegen, ob dies notwendig ist. Denn der Kontakt mit Menschen bedeutet für Wildtiere enorm viel Stress, bei manchen Vögeln kann das Einfangen mit der Hand sogar zum Schock und zum Tode führen.

Jungtiere in Frieden lassen und nicht berühren

Besonders häufig werden Jungvögel eingefangen, um ihnen zu helfen. Menschen vermuten hier ein verwahrlostes Tierkind, das von den Rabeneltern verlassen wurde. Das Einfangen ist aber meist überhaupt nicht notwendig und schadet dem Tier sogar eher, als dass es hilft. Viele Jungtiere werden noch weiterhin gut von den Eltern versorgt, obwohl sie verlassen erscheinen. Die Eltern sind wahrscheinlich gerade auf Futtersuche, oder wollen nicht auf ihr Junges aufmerksam machen. Junge Vögel verlassen von Natur aus oft ihr Nest noch bevor sie richtig fliegen können, diese werden als so genannte „Ästlinge“ bezeichnet. Unverletzte Jungtiere sollten daher immer dort gelassen werden, wo sie sind.

Kranke Tiere erkennen

Kranke oder verletzte Tiere sitzen meist ungewöhnlich lange an ein und der selben Stelle, auch zeigen sie häufig weniger Scheu vor den Menschen und fliehen nicht oder erst sehr spät. Eine unnatürliche Körperhaltung, verdrehte Gliedmaßen oder ein struppiges Fell beziehungsweise aufgeplustertes Gefieder deuten auch darauf hin, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Einige Tiere atmen deutlich erkennbar mit offenem Mund oder Schnabel. Da sie sich häufig nicht mehr selber putzen sind sie meist auch schmutzig, struppig oder haben kahle Stellen.

Wenn Sie nun dieses Tier zum Tierarzt bringen möchten, fangen Sie es niemals mit der bloßen Hand ein. Zum einen bedeutet dies sehr hohen Stress für das Tier und zum Anderen könnten Sie sich mit Krankheitserregern infizieren. Verwenden Sie also lieber ein Handtuch oder eine leichte Jacke. Das Wildtier sollte nun in einen entsprechend großen Karton gesetzt werden. Bitte keine Käfige oder übliche Transportboxen für Haustiere verwenden, da der stetige Blickkontakt des Tieres eine Panikreaktion verursachen könnte. Telefonisch können Sie sich vorab informieren, wo das kranke Wildtier am besten hinzubringen ist. Eine erste Anlaufstelle kann der Tierarzt sein. Auf jeden Fall kann Ihnen der Tierarzt geeignete Adressen nennen, an die man sich im Notfall mit einem kranken Wildtier wenden kann.

Wenn es sich bei dem Tier um einen Fuchs handeln sollte, verständigen Sie bitte die Polizei und fassen ihn auf keinen Fall an. Die Polizei kennt das entsprechende Fachpersonal, welches sich um Füchse kompetent kümmern kann.

Leistungen des Tierarztes

Wenn man ein gefundenes Wildtier zum Tierarzt bringt, gelten gesetzlich gesehen die selben Regelungen wie bei Haustieren. Der Auftraggeber, in diesem Fall der Bringer, ist für die Tierarztkosten verantwortlich. Einige Tierärzte behandeln Wildtiere kostenfrei oder besonders günstig, dies ist allerdings nicht die Regel. Der Tierarzt wird das Wildtier untersuchen und soweit nötig medizinisch behandeln. Wenn das Tier versorgt ist, wird er mit Ihnen besprechen, wie weiter vorzugehen ist. Die Tierärzte haben meist Kontaktadressen zu entsprechenden Auffangstellen und beraten Sie darin gerne.

 Bildquellenangabe: derateru  / pixelio.de
Januar 31st, 2012 By textguru Categories: Allgemein

Zahntypen von Hunden und Katzen

Zaehne Hund KatzeSowohl der Hund wie auch die Katze besitzen unterschiedliche Zahntypen in ihren Kiefern, welche sich vor allem im Aussehen und in ihrer Funktion voneinander differenzieren. Zunächst einmal gliedert man die Zähne jedes Säugetiers in fünf verschiedene Typen.

Die Schneidezähne

Die so genannten Schneidezähne, in der lateinischen Fachsprache „Incisivi“ genannt, befinden sich ganz vorne im Kiefer, oben so wie unten, also an der Front der Schnauze. Die Schneidezähne dienen, wie ihr Name schon vermuten lässt, dem Zerschneiden und Abrupfen der Nahrung. Ein Hund hat in der Regel sechs Schneidezähne im Ober- und auch im Unterkiefer. Bei Katzen verhält es sich genau so.

Die Eckzähne

Die so genannten Eckzähne, in der lateinischen Fachsprache als „Canini“ bezeichnet, sind für viele Menschen die markantesten Zähne bei den Raubtieren. In den meisten Fällen sind sie die längsten Zähne im Kiefer des Tieres und befinden sich jeweils seitlich nach den Schneidezähnen. Hauptsächlich dienen die Eckzähne dem Ergreifen und Festhalten der Beute. Hunde und Katzen besitzen insgesamt vier Eckzähne. Zwei im Ober- und zwei im Unterkiefer, jeweils einer auf jeder Seite.

Die Vorderen Backenzähne

Des Weiteren werden die sogenannten Vorderen Backenzähne, lateinisch „Prämolaren“, unterschieden. Ein Hund besitzt in der Regel insgesamt 12 Vordere Backenzähne, 6 im Ober- und 6 im Unterkiefer, jeweils drei auf jeder Seite. Jeweils der erste Vordere Backenzahn, welcher hinter einem Eckzahn sitzt, wird als „P1“ bezeichnet. Der Vordere Backenzahn hinter dem „P1“ wird als „P2“ bezeichnet, danach folgen „P3“ und „P4“. Die Katze hat nur 10 Vordere Backenzähne, sechs im Oberkiefer, jeweils drei auf jeder Seite, und vier im Unterkiefer, jeweils zwei auf jeder Seite. Sie dienen hauptsächlich dem Zerreißen und Zerkleinern der Nahrung. Jeweils der letzte Vordere Backenzahn im Oberkiefer, also „P4“ beim Hund und „P3“ bei der Katze, wird auch als „Reißzahn“ bezeichnet. Er ist meistens einer der zwei größten Zähne.

Die Hinteren Backenzähne

Die hintersten Zähne im Kiefer werden Hintere Backenzähne genannt, in der lateinischen Fachsprache „Molaren“. Sie dienen ebenfalls dem Zerkleinern der Nahrung. Ein Hund besitzt in der Regel insgesamt 10 Hintere Backenzähne. Vier im Oberkiefer, jeweils zwei auf jeder Seite und sechs im Unterkiefer, jeweils drei auf jeder Seite. Katzen hingegen haben in ihrem Gebiss lediglich vier Hintere Backenzähne. Im Ober- sowie Unterkiefer jeweils einen auf jeder Seite. Sie werden von vorne nach hinten als „M1“ bei der Katze, und bis „M3“ beim Hund bezeichnet. Der vorderste, also erste Hintere Backenzahn im Unterkiefer („M1“) wird auch als „Reißzahn“ bezeichnet.

Optimal zur Nahrungsaufnahme

Ein Hundegebiss umfasst demnach in der Regel insgesamt 42 Zähne und das einer Katze 30 Zähne. Die unterschiedlichen Zähne im Gebiss von Hunden und Katzen sorgen zusammen für eine optimale Funktion beim Fangen der Beute und bei der Nahrungsaufnahme.

Dezember 27th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

Als Praktikantin in die Tierklinik

TierklinikSeit ich denken kann hatten wir immer Haustiere gehabt. Einen Hamster, zwei, drei Kaninchen, einen Wellensittich sowie Hund und Katze. Da ich mit allen gut umgehen konnte und es mir auch Freude bereitete, mich um sie zu kümmern lag der Gedanke nahe, später vielleicht den Beruf der Tierarzthelferin oder auch der Tierärztin zu erlernen. Von daher suchte ich mir einen Praktikumsplatz in dieser Branche und bekam schließlich auch einen, für zwei Wochen in einer Tierklinik. Am Montag war mein erster Tag. Wie mir zuvor am Telefon empfohlen wurde, hatte ich weiße Sachen an, meine langen Haare zu einem Zopf zurück gebunden und weiße Hausschuhe dabei. Um 07:45 Uhr kam ich in der Tierklinik an. Zwei Helferinnen waren da und zeigten mir den Personalraum, wo wir uns umzogen. Ich bekam einen blauen Kittel zum drüber ziehen und einen freien Spinnt zugeteilt, in welchem ich meine Tasche und andere persönliche Sachen legen konnte. Der Raum machte einen etwas unsortierten Eindruck, aber er war auch irgendwie gemütlich.

Ein Rundgang durch die Tierklinik

Eine der Helferinnen, sie hieß Nicole und ich durfte sie gleich duzen, nahm mich so zu sagen an die Hand und führte mich etwas herum. Ich solle mich heute mit allen Fragen an sie wenden. Ich fand die Tierklinik schon recht groß. Sie hatte drei Behandlungsräume, zwei Stationsräume, einen Operationsraum, einen Waschraum, ein kleines Labor für Untersuchungen wie zum Beispiel am Mikroskop, zwei Wartezimmer inklusive Anmeldung, einen Röntgenraum und das Büro des Chefs, welches für mich natürlich tabu war. Vormittags wurden hier meistens Operationen und aufwändigere Behandlungen durchgeführt, erklärte mir Nicole. Heute kam eine Hündin zur Kastration und ein alter Kater zu einer so genannten Zahnsanierung. Routinefälle, wurde mir gesagt.

Patient Henry hat Zahnschmerzen

Bei dem Kater durfte ich mit im Behandlungsraum sein. Sein Frauchen, eine ältere Dame in schicker Kleidung, war sehr besorgt um ihn. Der Kater hieß Henry und konnte nicht mehr richtig fressen, weil er Zahnschmerzen hatte. Die Tierärztin, Frau Dr. Findemann, beruhigte sie und erklärte ihr, was sie mit Henrys Zähnen machen wollte. Der Kater bekam dann einen Venenzugang am rechten Vorderbein, was ganz schnell ging, weil er so lieb und ruhig war. Über diesen Zugang bekam er dann das Narkosemittel gespritzt worauf er fast sofort zusammen sank und einschlief. Das ging unglaublich schnell. Nicole war als Helferin dabei und nahm nun den Kater auf den Arm, denn die Zahnbehandlung fand in einem anderen Raum statt. Frau Dr. Findemann verabschiedete sich von der Dame und folgte dann mit mir Nicole. In diesem Raum war bereits alles für die Zahnbehandlung für Henry vorbereitet.

Zahnbehandlung bei Tieren

Die Tierärztin legte ihm noch mit Hilfe von Nicole einen Atemschlauch, einen so genannten Tubus, in die Luftröhre. Darüber schloss Nicole ihn dann an das Narkose- und Sauerstoffgerät an. Später erklärte sie mir, dass sie darüber die Sauerstoffzugabe und die Menge des Narkosegases regulieren kann. Frau Dr. Findemann war ebenfalls sehr schnell und hatte schon mit der Behandlung der Zähne begonnen. Wir trugen alle Handschuhe, Mundschutz und Kopfhauben. Während ich also nur interessiert zusah, achtete die Tierarzthelferin Nicole auf die Narkose und den Zustand des Katers und die Tierärztin kümmerte sich um seine Zähne. Sie musste ihm viel Zahnstein entfernen und sogar drei Zähne ziehen. Dem Kater ging es aber während der gesamten Behandlung immer gut, er atmete ruhig und regelmäßig und bekam rein gar nichts von allem mit.

Behandlung und Pflege in der Tierklinik

Als die Behandlung beendet war, brachte Nicole den schlafenden Kater Henry in eine Box zum Aufwachen. Der Boden dieser Box war angenehm beheizt und mit einer Decke ausgelegt. Nicole und ich räumten den Raum anschließend auf. Es dauerte nicht lange und der Kater saß wieder munter in seiner Box, so, als wäre überhaupt nichts passiert. Auch bei der Hündin, die im Operationsraum kastriert worden war, war alles gut verlaufen und sie lag auf einer dicken Decke in der Hundebox. Ich half den drei Helferinnen so gut ich konnte bei den Aufräumarbeiten. Dieser erste Eindruck von der Arbeit in einer Tierklinik hat mir sehr gut gefallen. Die Tierärzte und die Tierarzthelferinnen waren sehr nett zu mir und erklärten mir vieles. Nun habe ich erst einmal zwei Stunden Mittagspause, aber ich freue mich schon auf die Nachmittagssprechstunde.

Bildquellenangabe: calby  / www.piqs.de

 

November 30th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

Die Hygienische Hände-Desinfektion

HändedesinfektionBesonders in der Tiermedizin haben Tierärzte und Tierarzthelferinnen mit einer ganzen Reihe von Krankheitserregern und Keimen zu tun. Um sich selber, aber auch die tierischen Patienten und deren Besitzer vor Infektionen zu schützen ist die Hygienische Händedesinfektion eine der wichtigsten Maßnahme. Sie sollte vor und nach jeder Behandlung oder dem Kontakt mit potentiell kontaminiertem Material durchgeführt werden.

Durchführung der perfekten Desinfektion

Die Art und Dauer der Durchführung der Hygienischen Händedesinfektion in der Tiermedizin ist nach einem vorgegebenen Plan fest vorgeschrieben. Dieser soll gewährleisten, dass wirklich alle Bereiche der Hand, auch die schwer erreichbaren Stellen wie etwa Fingerzwischenräume, die Fingerkuppen und die Nagelfalze, gründlich erreicht werden. Zuerst wird in die trockene, hohle Hand etwa 3 ml hautschonende Desinfektionslösung gegeben, das entspricht etwa der Menge von 3 Hüben aus dem Waschspender. Zuerst werden beide Hände mindestens fünfmal mit den Handflächen aneinander gerieben. Im zweiten Schritt wird mit der linken Handfläche mindestens fünfmal über den rechten Handrücken gerieben. Diesen Schritt wiederholt man dann umgekehrt nochmal, also mit der rechten Handfläche mindestens fünfmal über den linken Handrücken. Als drittes werden weder beide Handflächen aneinander gerieben, allerdings bei gespreizten und ineinander verschränkten Fingern. Im vierten Schritt folgt der sogenannte Hakengriff. Hierbei bilden die Hände durch gekrümmte Finger eine Art Haken welche ineinander greifen und reiben. Als Fünftes wird der Daumen der rechten Hand mit der linken Hand umfasst und durch kreisende Bewegungen gerieben. Diesen Vorgang wiederholt man dann nochmal umgekehrt, also linker Daumen mit rechter Hand umfassen. Im sechsten und letzten Schritt werden die Fingerkuppen der rechten Hand durch kreisende Bewegungen auf der inneren Handfläche der linken Hand gerieben. Auch diesen Vorgang wiederholt man nochmals umgekehrt, also Fingerkuppen der linken Hand auf innere Handfläche der rechten Hand reiben.

Bitte beachten

Die gesamte Durchführung der Hygienischen Händedesinfektion muss mindestens 30 Sekunden in Anspruch nehmen. Während dieser Einwirkzeit sollten die Hände ständig mit Desinfektionsmittel schön feucht gehalten werden. Sollte es also mal zu trocken werden ruhig öfter mal etwas Desinfektionsmittel aus dem Spender nach nehmen. Die Fingernägel sollten möglichst kurz sein, denn unter ihnen setzen sich schnell Bakterien und Keime fest, welche an diesen Stellen nur schwer zu entfernen sind. In der Tiermedizin sollte zudem auf das Tragen von Ringen, Uhren und anderen Schmuck an den Fingern und Armen verzichtet werden.

 

Bildquellenangabe: Andreas Morlok  / pixelio.de
Oktober 26th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

Fressverhalten

Hunde stammen wie heute jedem bekannt ist von den Wölfen ab. Sie waren also ursprünglich Rudeltiere und ihre natürliche Nahrungsquelle waren Beutetiere. In so einem Rudel musste jedes Rudelmitglied zusehen, dass es für sich selber genug von der geschlagenen Beute abbekam. Daher kommt das natürliche Schlingverhalten beim Fressen. So ein Beutetier lieferte in erster Linie Fleisch, aber auch einen Teil an vorverdauten Pflanzen. Cellulose ist für den Hund unverdaulich, nur „vorverdaut“ oder aufbereitet kann er es verwerten.

Verdauungskanal und Verdauungsorgane

Der Verdauungskanal reicht von der Mundhöhle bis zum After. Er wird unterteilt in Kopfdarm (Mundhöhle, Rachen), Vorderdarm (Speiseröhre, Magen), Mitteldarm (Dünndarm) und Enddarm (Dickdarm, After). Die Hauptaufgabe des Verdauungskanals des Hundes sind die Aufnahme und Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung sowie deren anschließenden Transport und Verdauung. Die Nährstoffe in der Nahrung werden dabei aufgenommen und unverdauliche Nahrungsreste werden zu Kot zusammen geballt und anschließend ausgeschieden.

Mundhöhle

Die Mundhöhle wird von den Lefzen und den Backen umschlossen, sie enthält die Zähne zum Greifen und Zerkleinern, sowie die Zunge welche das Futter in der Mundhöhle umwälzt und für den Geschmacks-, Tast- und Temperatursinn verantwortlich ist. Das Gaumensegel reguliert den Speise- und Luftweg. Die an beiden Seiten der Mundhöhle sitzenden Speicheldrüsen bilden sehr viel Speichel, um die Nahrung schnell schlüpfrig zu machen und um Geschmacksstoffe zu lösen. Desweiteren befinden sich in der Mundhöhle die Mandeln, der Rachen und der Kehldeckel.

Zähne

Der Hund besitzt ein so genanntes Raubtiergebiss, welches unter den Gebisstypen im Tierreich zu den Greiftypen zählt. Sein Gebiss enthält bei ausgewachsenen Tieren 42 Zähne. Das Kiefergelenk ist anders als bei pflanzenfressenden Säugetieren und uns Menschen recht unbeweglich, es öffnet und schließt sich wie ein Scharnier. Es ist hauptsächlich zum Festhalten, Reißen und Zerschneiden gemacht als zum genauen Zerkauen der Nahrung. Die Backenzähne sind besonders kräftig ausgebildet um Fleischbrocken zu zerschneiden. Die Nahrung wird nur grob zerkaut bis sie verschlungen werden kann.

Rachen und Speiseröhre

Die Höhle hinter der Nasen- und Mundhöhle vor den Eingängen zur Speise- und Luftröhre wird als Rachen bezeichnet. Hier befinden sich das Gaumensegel und der Kehldeckel, welche den Speise- und Luftweg regulieren. Im Zusammenspiel sorgen sie dafür, dass keine Nahrung in die Luftröhre und umgekehrt keine Luft in die Speiseröhre gelangen kann. Beim Schluckakt ist der Atemweg zur Nase durch das Gaumensegel, und zur Luftröhre durch den Kehldeckel verschlossen.

Die Speiseröhre ist ein muskulöser Schlauch mit vielen Schleimdrüsen. Sie befindet sich anfangs hinter der Luftröhre und führt dann weiter durch das Zwerchfell hindurch in den Magen. Um beim Schlucken den Nahrungsbrocken mehr Platz machen zu können ist ihre Schleimhaut in Längsfalten aufgebaut, die sich dehnen können. Rhythmische Abwärtsbewegungen leiten die Nahrung in den Magen.

Magen

Der Magen des Hundes ist ein sackartiges Gebilde an deren Ende sich der Zwölffingerdarm anschließt. Der Hund besitzt einen für Raubtiere typischen Fleischfresser-Magen, welcher nur einen großen Hohlraum besitzt. Bei Hunden ist der Magen verhältnismäßig sehr schlecht im Körper befestigt. Daher neigen besonders die größeren Hunderassen zu der sogenannten „Magendrehung“. Der Magen ist in der Lage, besonders große Mengen an Futter aufzunehmen. Die Schleimhaut ist zu sogenannten Magenfurchen gefältelt. Die Magendrüsen bilden zur Verdauung Salzsäure, eiweißspaltende Enzyme und pH-neutralen Schleim ab, dieser Schleim schützt den Magen und den Darm vor der Selbstverdauung. Die Proteine der Nahrung werden in Aminosäuren zerlegt. Die Magenbewegung sorgt dafür, dass der Magensaft und die Nahrung durchgemischt werden, die periodisch wiederkehrenden Wellenbewegungen führen den Nahrungsbrei weiter Richtung Magenausgang. Die Mahlzeiten des Hundes verbleiben unterschiedlich lange im Magen. Große Portionen Futter bleiben länger im Magen als Kleine, um so flüssiger die Nahrung ist, desto kürzer ist ihre Verweildauer im Magen und fetthaltige Nahrung braucht länger zur Verdauung als Fettarme.

Darmkanal

Der Darmkanal ist grob gesehen ein vielfach gewundener Schlauch, welcher vom Magen bis zum After reicht. Er wird grob in die Bereiche Dünndarm, Dickdarm und After unterteilt. Bei Fleischfressern wie dem Hund ist der Darmkanal deutlich kürzer als bei Pflanzenfressern. So ist er beim Hund je nach Größe und Rasse etwa 2 bis 10 Meter lang, bei einem Rind dagegen etwa 50 Meter. In der Schleimhaut des Darmes befinden sich sehr viele Nervenzellen, daher ist er auch recht empfindsam für Schmerzen. Immer wieder kehrende Wellenbewegungen streichen den Nahrungsbrei voran. Drüsen in der Schleimhaut des Darmes produzieren Darmsaft und –schleim. Wie zuvor bereits im Magen, so schützt der Schleim hier auch den Darm vor der Selbstverdauung und sorgt zudem für eine hervorragende Gleitfähigkeit. Die Nährstoffe der Nahrung werden durch Enzyme in Moleküle aufgespalten und die verwertbaren Bestandteile gelangen anschließend durch die Schleimhaut des Darmes in das Blut. Nicht verwertbare Bestandteile, wie zum Beispiel komplexere Kohlehydratverbindungen und Abfallstoffe werden mit dem Urin und dem Kot ausgeschieden.

Dünndarm

Der Dünndarm wird nochmals unterteilt in den Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Hüftdarm. Der Dünndarm ist mit sehr kleinen Noppen, den sogenannten Darmzotten überzogen, welche die Oberfläche des Darmes um das 600fache vergrößern. Auf 1 qcm kommen etwa 3000 Zotten und jede einzelne Zotte besitzt etwa 5000 Zellen, die sogenannten Mikrozotten. Diese Zottenzellen nehmen die in zum Beispiel Fettsäuren und Aminosäuren aufgespaltete Nahrung auf.

In den Anfangsteil des Zwölffingerdarms münden der Gallengang und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse, diese führen dem Darm Sekrete zur Aufspaltung der Nahrung zu, welche Eiweiß, Fett und einfachere Kohlehydrate spalten. Der Inhalt des Darmes wird durch stetige Bewegungen der Muskulatur ständig durchgemischt und weiter befördert. Im Dünndarm werden die leichter verdaulichen Stoffe der Nahrung abgebaut und resorbiert. Die Beförderung der Nahrung durch den Dünndarm dauert beim Hund durchschnittlich etwas weniger als 3 Stunden.

Dickdarm

Der Dickdarm schließt sich dem Dünndarm an und wird in Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm unterteilt. Den Blinddarm in Form eines Wurmfortsatzes wie beim Menschen gibt es beim Hund nicht. Anders als es im Dünndarm der Fall war, gibt es im Dickdarm keine Darmzotten. Dafür besteht hier eine ausgeprägte Darmflora. Der Dickdarm ist dicht besiedelt mit Bakterien, die für den Abbau bisher unverdaulicher Nährstoffe verantwortlich sind. Sie spalten die restlichen Eiweiße und Kohlehydrate durch Fäulnis und Gärung auf. Hier im Dickdarm werden also die schwerer verdaulichen Stoffe, wie zum Beispiel Bindegewebe oder Knorpel, zerlegt und aufgenommen. Anschließend wird diesem Darminhalt das überschüssige Wasser entzogen und zu dem charakteristischen Kotballungen geformt.

Zum Schluss werden die nicht verwertbaren Restbestandteile der Nahrung in Form von Kot über den After ausgeschieden.

Oktober 17th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

Nadel-Faden-KombiGeschichte der Fäden in der Chirurgie

Fäden werden schon seit etwa 3.000 Jahren vor Christi Geburt in der Chirurgie angewendet. Die ersten, frühen Fäden bestanden damals aus Materialien wie etwa Gold- Silber- oder Eisendrähten. Später kamen Seide, Leinen, Hanf, Flachs, Haare und Saiten aus Rinder-, Schaf- und Ziegendärmen dazu. Anfang des 19.Jahrhunderts machte man die Entdeckung, dass einige Nahtmaterialen wie etwa Katgut resorbiert, also vom Körper verdaut, wurden. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurden mit der Entwicklung von Perlon und Nailon modernste medizinische Nahtmaterialien entwickelt und Mitte des 20.Jahrhunderts kamen Fäden aus Polypropylen und Polyester dazu. In den 70er Jahren wurde der erste synthetisch hergestellte Faden entwickelt, ein wahrer Meilenstein in der Geschichte der Nahtmaterialien.

Nadel-Faden-KombiFlachspulen zum Abrollen

Auf sogenannten Flachspulen ist der Faden mehrere Meter lang und lässt sich einfach abrollen. Je nach Bedarf kann der Tierarzt die gewünschte Länge die er voraussichtlich benötigt einfach abrollen und abschneiden. Der Faden wird dann in das Öhr einer entsprechenden Operationsnadel eingeklinkt. Die Flachspule wird steril in einer entsprechenden Box sicher aufbewahrt. So bleibt sie sauber und frei von jeglichen Keimen. Der Vorteil von Nahtmaterial in Form von Flachspulen ist, dass der Faden jeweils nach Bedarf in der passenden Länge vom Operateur selbst zurecht geschnitten werden kann. Dadurch entsteht auch weniger Restfaden und somit Müll. Dadurch ist dieses Nahtmaterial auch kostengünstiger als die Nadel-Faden-Kombinationen. Zusätzlich dazu kann der Operateur den Faden mit jeder gewünschten Nadel kombinieren. Nachteile der Flachspulen sind das zeitaufwendige Einfädeln des Fadens in die Nadel, wobei das Nahtmaterial eventuell beschädigt werden könnte, und das gering höhere Wundtrauma durch die Doppelung des Fadens.

Nadel-Faden-KombiNadel-Faden-Kombinationen

Bei der Nadel-Faden-Kombination befindet sich in einer praktischen Umverpackung eine kleine, sterile Packung mit einem Stück Nahtfaden, an dessen einem Ende bereits eine Operationsnadel fest verbunden ist. Hierbei bildet das Ende der Nadel einen Zylinder aus dessen Hohlraum der Faden entspringt. Vorteile dieser Faden-Nadel-Kombinationen sind, dass Sie stets steril bleiben und schnell zur Hand sind. Dadurch, dass der Faden bereits fest mit der Nadel vereint ist, spart der Operateur Zeit, die er andernfalls zum Einfädeln bräuchte. Der Faden bleibt sicher mit der Nadel verbunden und kann nicht heraus rutschen. Auch entsteht hier nur ein minimales Wundtrauma da der Faden nicht gedoppelt werden muss. Da die verbundene Nadel dieser Nadel-Faden-Kombi eine Einweg-Nadel ist, ist sie auch stets steril und scharf. Der Hersteller achtet von sich aus auf eine perfekte Abstimmung zwischen Fadensorte und der dazu beigefügten Nadelart. Nachteile sind der entstehende höhere Müll durch die Einwegnadeln und die feste Vorgabe der Fadenlängen.

Verschiedene Arten von Nahtmaterial

Grob kann man die Nahtfäden in zwei Hauptkategorien unterteilen: In resorbierbare und nicht resorbierbare Fäden. Die nicht resorbierbaren Fäden lösen sich nicht im Körper des Tieres auf und müssen somit wieder vom Tierarzt entfernt werden sobald die Wunde entsprechend geheilt ist. Bei künstlichen Implantaten können sie auch ein Leben lang im Körper des Tieres verbleiben. Die resorbierbaren Fäden werden nach einiger Zeit vom Körper des Tieres durch Hydrolyse resorbiert. Das bedeutet, der Faden nimmt über eine Zeit hinweg immer mehr Wasser auf und spaltet sich dann in körpereigene Stoffe wie etwa Kohlendioxyd auf. Dadurch besteht nur eine extrem geringe Fremdkörperreaktion und der Körper des Tieres kann den Faden sehr gut abbauen. Resorbierbare Fäden werden nochmals in ihre Auflösezeit unterteilt. Kurzfristig resorbierbare Fäden lösen sich bereits nach etwa 7 Tagen auf. Mittelfristig resorbierbare Fäden lösen sich nach etwa 14 bis 18 Tagen auf und langfristig resorbierbare Fäden erst nach ca. 35 Tagen oder länger.

Nadel-Faden-KombiDie Form des Fadens

Alle Fäden, ob resorbierbar oder nicht resorbierbar werden wiederum in dem Aufbau des Fadens unterteilt. Sogenannte „Monophile“ Fäden bestehen lediglich aus einem einzelnen Faden mit sehr glatter Oberfläche. Dadurch gleitet er besonders gut und schonend durch das Gewebe, jedoch sind für ihn am Schluss mehr Knoten nötig damit er gut hält. Polyphile Fäden bestehen aus mehreren ineinander gezwirbelten Fäden und erinnern in ihrer Struktur an den Docht einer Kerze. Obgleich die Oberfläche dieser Fäden nicht so glatt sein kann wie die der monophilen Fäden können heute dank modernster Technik auch polyphile Fäden derartig präzise und fein geflochten werden, dass ihre Oberfläche sehr eben und glatt wirkt. Er ist sehr rutschsicher und benötigt weniger Knoten. Eine Randgruppe unter den Nahtfäden bilden die sogenannten „pseudomonophilen Fäden“. Sie bestehen wie die polyphilen aus mehreren Einzelfäden, besitzen jedoch eine glatte Außenbeschichtung wodurch sie eher an monophile Fäden erinnern.

Nadeln in der Chirurgie

In der Chirurgie gibt es sehr viele verschiedene Arten von Nadeln, welche in Form und Größe stark variiren können. Einige Nadeln haben ein Nadelöhr in welches der Faden erst eingefädelt werden muss. Anders als bei den bekannten, normalen Nähnadeln, besteht dieses Öhr nicht einfach aus einem Loch im Nadelschaft. Die Nadel hat an ihrem hinteren Ende eine Ausbuchtung, unter welcher sich das Loch, also das eigentliche Nadelöhr befindet. Die Verbindung zwischen diesen beiden Löchern ist mit einem winzigen Spalt unterbrochen. Der Operateur führt also den Faden in die Ausbuchtung der Nadel und drückt ihn anschließend mit ein wenig sanfter Kraft durch den Spalt in das Nadelöhr.

Schneidende Nadeln und Rundkörpernadeln

Des Weiteren werden schneidende Nadeln von Rundkörpernadeln unterschieden. Der Querschnitt einer Rundkörpernadel ist wie der Name schon vermuten lässt rund oder manchmal auch oval. Der Querschnitt einer schneidenden Nadel dagegen ist ein Trapez. Diese Nadeln haben also scharfe Kannten, womit sie besonders gut durch widerstandsfähigeres Gewebe gleiten können. Chirurgische Nadeln gibt es in sehr vielen verschiedenen Größen und Formen. In der Augenchirurgie werden zum Beispiel Nadeln verwendet die klein wie ein Bienenstachel sein können und für deren Verwendung der Operateur häufig Seh-Hilfsmittel wie Lupen oder Monitore benötigt. In der Großtierchirurgie gibt es wiederum Nadeln die eine Länge von etwa 15 cm haben können, um zum Beispiel die besonders dicke und starke Haut von Rindern zu nähen.

Optimale Auswahl durch große Vielfalt

Die Form der Nadel variiert von geraden Nadeln, wie jeder sie aus dem Haushalt kennt, über runde Nadeln in Form eines ¼ Kreises, ½ Kreises, 2/3 Kreises, ¾ Kreises, 4/5 Kreises und so weiter. Eine kleine, besondere Form der chirurgischen Nadeln bilden die sogenannten Stumpfen Rundkörpernadeln. Dies sind Rundkörpernadeln ohne geschliffene Spitze. Sie sind also stumpf, um besonders empfindliches und schnell reißendes Gewebe optimal zu schützen. Diese große Vielfalt an chirurgischen Nahtmaterialen, Fäden und Nadeln, ermöglichen es dem Operateur eine optimale Auswahl treffen zu können und sein Nahtmaterial dem entsprechenden Verwendungszweck bestens anzupassen.

September 6th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

KaninchenDie Myxomatose (Kaninchenpest)

Der erste Fall von Myxomatose wurde bereits 1896 in Südamerika beobachtet. Seit 1952 hat sich die Krankheit von Frankreich ausgehend über ganz Europa verbreitet. Der Erreger der Myxomatose ist ein Pocken-Virus. Er kann in der Natur unter für ihn optimalen Bedingungen bis zu 6 Monaten infektiös bleiben. Von ihm werden nur Kaninchen und Hasen befallen.

Überträger und Symptome

Überträger des Myxomatose-Virus sind vor allem Insekten wie etwa Stechmücken und Flöhe. Deshalb kommt diese Krankheit auch bei Kaninchen vor die rein in der Wohnung gehalten werden. Desweiteren können sich die Tiere direkt untereinander durch Kontakt mit einem bereits erkranktem Tier infizieren und auch indirekt über Menschen, Käfige, Futter usw. die Kontakt mit dem Virus hatten.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, beträgt etwa 3 bis 9 Tage. Es treten Schwellungen und Entzündungen im Augenbereich, des Mundes, der Ohren und des Genitalbereiches auf sowie Fieber bis 41 Grad Celsius. Schluckbeschwerden führen zur verminderten Aufnahme von Futter oder zur kompletten Einstellung des Fressens. Die Krankheit endet nach etwa 10 bis 14 Tagen meistens tödlich. Einige, wenige Tiere überleben diese Krankheit und werden wieder gesund. Sie werden jedoch den Virus dennoch ihr Leben lang in sich tragen und können andere Kaninchen anstecken.

Verlauf und Vorsorge

Eine wirksame Behandlungsmethode gibt es leider nicht. Die Sterberate bei der Myxomathose liegt bei fast 100% Zur Vorbeugung kann man sein Kaninchen aber alle 6 Monate gegen Myxomatose impfen lassen. Bei Jungtieren wird eine Grundimmunisierung vorgenommen, hier sollte die erste Impfung im Alter von 4 bis 6 Wochen gegeben werden. Die zweite Impfung erfolgt dann 4 Wochen später und ab da dann alle 6 Monate. Der Impfschutz hält 6 bis 9 Monate, idealerweise sollte jedes Kaninchen darum zweimal im Jahr geimpft werden. Vorzugsweise sollte die Impfung im März bis April stattfinden und dann im Spätsommer wieder, damit der Impfschutz während der Insektenreichen Jahreszeiten auf jeden Fall gegeben ist.

Bildquellenangabe: Alexandra H  / pixelio.de
August 19th, 2011 By textguru Categories: Allgemein

Inkontinenz bei Hündinnen

 Das Wort Inkontinenz kommt vom lateinischen Begriff „incontinentia“ und bedeutet sinngemäß die Unfähigkeit etwas zurück zu halten, in diesem Fall den Urin.

Hund Anatomische und physiologische Grundlagen

 Die Harnblase des Hundes liegt im hinteren Bauch- und Beckenbereich. Die Blasenwand wird aus einer dehnbaren Schleimhaut innen, einer glatten Muskulaturschicht darum und der äußeren Schicht gebildet. Die von den Nieren kommenden zwei Harnleiter münden in den Blasenhals und leiten so den Urin von den Nieren in die Blase. Die Harnröhre verlässt die Blase am Blasenhals und mündet bei der Hündin in der Vagina nach außen.

 Nerven steuern die Blasenfunktion

 Die Blase wird von verschiedenen Nerven versorgt, welche für die geregelte Funktion des Harnapparates wichtig sind. Sie kommen aus dem Rückenmark im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie aus dem Kreuzbein. Die Nerven messen den Füllungs- und Dehnungszustand der Blase, kontrollieren den Verschluss der Harnröhre und nehmen Schmerzreize auf. Bei Dehnung der Blase führen die Nerven zur Kontraktion der Blasenwand sowie zur Erschlaffung der Harnröhre wodurch Urin abgelassen wird. Der Urinabsatz kann zudem vom Gehirn gesteuert werden.

 Verschiedene Ursachen für Inkontinenz

 Die echte Inkontinenz bei Hündinnen bedeutet den Funktionsverlust des Harnröhrenverschlusses. Dies kann durch eine hormonelle Störung im Körper geschehen, so wie durch eine Verlagerung der Blase nach hinten, also schwanzwärts, nach einer Kastration. Auch Missbildungen, zum Beispiel wenn die Harnleiter von den Nieren nicht in den Blasenhals und somit in die Blase, sondern direkt in die Harnröhre führen, können die Ursache sein. Diese werden „Ektopische Ureteren“ genannt und kommen häufig bei größeren Hunderassen vor, wie etwa dem Golden Retriver oder Labrador. Eine weitere Ursache für die Inkontinenz können Störungen der Nerven im Harnapparat sein. Zum Beispiel können nach einem Unfall Schädigungen im Rückenmark vorliegen.

 Andere Ursachen für häufigen Urinabsatz oder Harnträufeln zählen nicht zur Inkontinenz, da ihr Ursprung eine andere Erkrankung ist. Hierzu zählen zum Beispiel Tumore, Blasensteine, Blasenentzündungen oder auch Nebenwirkungen von Medikamenten. Bei allen diesen Erkrankungen kann es vorkommen, dass die Hündin häufig Urin verliert, aber es liegt hierbei keine Inkontinenz vor.

 Behandlung der Inkontinenz

 Die Behandlung der Inkontinenz richtet sich je nach Art der Ursache für diese Krankheit. In jedem Fall sollte ein Tierarzt die Hündin untersuchen. Ihm stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung: Eine Urinprobe wird auf ihre Zusammensetzung getestet und die Blase der Hündin kann mit Hilfe von Ultraschall und Röntgen dargestellt werden. Auch eine endoskopische Untersuchung der Harnröhre ist möglich. Wenn dann die Ursache für die Inkontinenz vom Tierarzt festgestellt wurde, wird er die Hündin entsprechend behandeln. Häufig helfen Medikamente, in manchen Fällen, zum Beispiel bei einer Missbildung der Harnleiter, muss die Hündin operiert werden, um die Fehlstellung chirurgisch zu korrigieren.

Bildquellenangabe: Hans-Jürgen Berg-Rupprecht  / pixelio.de